Da es aktuell immer wieder ein Thema ist, geben wir Ihnen hier noch einmal eine Übersicht über die aktuell gültigen Priorisierungsgruppen 2 und 3.

Priorisierungsgruppe 2

  • Personen über 70
  • Personen mit Vorerkrankungen:
    • Trisomie 21
    • Demenz oder geistige Behinderung
    • schwere psychiatrische Erkrankungen, insbesondere bipolare Störung, Schizophrenie oder schwere Depression
    • behandlungsbedürftige Krebserkrankungen
    • COPD, Mukoviszidose oder andere schwere chronische Lungenerkrankung
    • Muskeldystrophien und vergleichbare neuromuskuläre Erkrankungen
    • Diabetes mellitus mit Komplikationen
    • Leberzirrhose oder andere chronische Lebererkrankung
    • chronische Nierenerkrankung
    • Personen nach Organtransplantation
    • Adipositas (BMI über 40)
  • bis zu zwei enge Kontaktpersonen von:
    • pflegebedürftigen über 70-Jährigen, die nicht in einer Einrichtung leben
    • Pflegebedürftigen mit einer der o.g. Vorerkrankungen, die nicht in einer Einrichtung leben
    • Schwangeren
  • DIverse berufliche Indikationen, die aus den unten verlinkten Quellen hervorgehen. In der Regel wissen die Angehörigen der entsprechenden Berufsgruppen, dass sie zur Priorisierungsgruppe 2 gehören.

Priorisierungsgruppe 3

  • Personen ab 60
  • Personen mit Vorerkrankungen:
    • behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen
    • Immundefizienz oder HIV-Infektion
    • Autoimmunerkrankungen oder Rheuma
    • Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit oder arterielle Hypertension)
    • zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfall oder andere chronische neurologische Erkrankung
    • Asthma bronchiale
    • chronisch entzündliche Darmerkrankung
    • Diabetes mellitus ohne Komplikationen
    • Adipositas (BMI über 30)
  • bis zu zwei enge Kontaktpersonen von:
    • pflegebedürftigen über 60-Jährigen, die nicht in einer Einrichtung leben
    • Pflegebedürftigen mit einer der o.g. Vorerkrankungen, die nicht in einer Einrichtung leben
  • DIverse berufliche Indikationen, die aus den unten verlinkten Quellen hervorgehen. In der Regel wissen die Angehörigen der entsprechenden Berufsgruppen, dass sie zur Priorisierungsgruppe 3 gehören.

Weitere Informationen finden sie in dieser Übersicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und auf der Seite zur Corona-Impfung der Stadt Hamburg. Schließlich finden sich hier Hinweise zum Thema Kontaktpersonen.

Inzwischen dürfen, und sollen wir hoch offiziell Atteste für Corona-Impfungen ausstellen. Dabei geht es um die ärztliche Bestätigung, dass bei einer bestimmten Person eine "hohe Priorität" (sogenannte Gruppe 2) für eine solche Impfung vorliegt. Personen, mit solch einem Attest können sich dann einen Termin zur Impfung buchen, sobald die Sozialbehörde dazu auffordert.

Bitte fordern Sie solche Atteste bevorzugt per Email oder telefonisch an, damit Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt die Indikation prüfen kann. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir solche Atteste nicht "zwischen Tür und Angel" ausstellen können. Ansonsten ist die Attestausstellung nun eine Kassenleistung.

Die KV teilte uns im KVH-Telegramm vom 12.März dazu noch folgendes mit:

►► Corona: Atteste für Corona-Schutzimpfungen [...] Bitte weisen Sie Ihre Patienten explizit darauf hin, dass das Attest der grundsätzlichen Impfberechtigung noch nicht eine konkrete Impfung zur Folge hat. Die Sozialbehörde wird die Gruppen jeweils aufrufen. Erst wenn die entsprechenden Personengruppen zur Impfung aufgefordert wird, kann der Patient einen Termin buchen und wahrnehmen.

Weitere Informationen zum Thema Corona-Impfung

Darstellung eines Coronavirus

Folgende öffentlich zugängliche Quellen nutzen wir, um uns über das aktuelle Corona-Geschehen zu informieren:

Dieser Tage werden wir häufig gefragt, ob wir Antikörper-Tests auf COVID-19 durchführen. Das Interesse am eigenen "Immunstatus" bezüglich des Corona-Virus können wir gut verstehen. Dennoch gibt es folgendes zu bedenken:

  • Der Test wird bis auf weiteres nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Kosten von rund 55 € einschließlich Blutentnahme und Beratung müssten als individuelle Gesundheitsleistung selbst getragen werden.
  • Die Aussagekraft des Tests ist derzeit noch eingeschränkt:
    • Da die tatsächliche Durchseuchungsrate, die sogenannte Prävalenz noch nicht bekannt ist, ist auch die Vorhersagekraft des Tests noch nicht bekannt. Sie kann ja nach Grundannahmen zwischen 50 und 90% liegen (ersteres wäre nicht besser als eine Münze zu werfen ...)
    • der Antikörpertest kann nicht anzeigen, ob man infektiös ist, oder nicht. Im Gegenteil, ein positiver Antikörpertest würde die Frage aufwerfen, ob nicht aktuell noch eine ansteckende Infektion vorliegt. Das heißt es wäre dann ggf. noch einmal ein Abstrich notwendig.
  • In den meisten Fällen wird sich aus dem Testergebnis keine medizinische Konsequenz ergeben, und es bestünde das Risiko, dass bei einer vermeintlich bestehenden Immunität sinnvolle Hygienemaßnahmen vernachlässigt würden.
  • Schließlich hat das Labor mit dem wir zusammen arbeiten weiterhin Mühe ausreichen Nachschub an Reagenzien zu erhalten. Zum Teil dauert es mehrere Tage, bis Testergebnisse mitgeteilt werden können. Aus ethischen Gründen sollte daher auf Tests "einfach um mal zu gucken" verzichtet werden.

Das wichtigste bleibt nach wie vor, dass wir alle die gut etablierten Hygiene-Regeln einhalten, und uns ggf. untersuchen lassen, bzw. ärztlichen Rat einholen, sollten Symptome wie Husten, Halsweh, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns oder Fieber auftreten.